Nr. 13, 22. Mai 2009

Bürgeraktion «Gesunde Währung»
Gold – Garant für eine stabile Währung

Von Luzi Stamm, Nationalrat Baden-Dättwil AG

Die jetzige Finanzkrise ist darauf zurückzuführen, dass in masslosem Umfang Kredite gewährt worden sind. Eine mit Gold hinterlegte Währung verunmöglicht Exzesse, wie wir sie in jüngster Zeit erlebt haben. Die Goldreserven unserer Nationalbank bilden ein Vertrauensfundament, das für die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz unverzichtbar ist.

Leider hat die Schweiz in den letzten zehn Jahren massiv Gold verkauft. Von den ehemals 2'600 Tonnen Gold der Nationalbank wurden vorerst 1'300 Tonnen und in der Folge noch einmal 250 Tonnen verkauft, so dass zur Zeit nur noch wenig mehr als tausend Tonnen an Gold-Währungsreserven übrig bleiben; offiziell 1'040 Tonnen.

Verbot, Gold zu verkaufen

Die Zeiten, in denen man noch von «überflüssigen Goldreserven» sprach, sind vorbei. Die noch vorhandenen Goldreserven müssen deshalb als unverkäuflich erklärt werden. Zur Zeit erklären zwar die Vertreter der Nationalbank – ebenso wie massgebende Politiker inklusive Bundesrat –, es werde kein weiteres Gold verkauft. Das genügt jedoch nicht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich heutige Zusicherungen als nicht verlässlich erweisen können.

Ausgliederung des Goldes

Die Praxis der Nationalbank der letzten Jahre lässt entgegen den Zusicherungen befürchten, dass weitere Goldverkäufe drohen. Die jüngsten Gewinnausschüttungen waren nämlich nur möglich, indem der Wert des Goldes laufend höher bewertet wurde. Mit jeder höheren Bewertung wurde angeblich immer mehr Gold frei, das verkauft werden könne. Somit nahm der physische Gold-Bestand durch Verkäufe zwar ab; der Wert des Goldes in Franken gemessen nahm trotzdem zu.

Es gilt, diesen «perversen» Mechanismus endlich zu unterbrechen. Das Gold muss zum «Notvorrat» bzw. zur «Schatztruhe» erklärt werden, die als unantastbare Reserve ausserhalb der Bilanz der Nationalbank steht. Nur diese physische Reserve – nicht der Tages-Wert des Goldes – ist entscheidend. Nur als generell unverkäuflich deklariertes Gold wird es im entscheidenden Moment den Franken tatsächlich stützen.

Währungsreserven erhöhen

Die Währungsreserven der Schweiz betragen gegenwärtig rund achtzig Milliarden Franken. Der Goldanteil daran beträgt weniger als ein Drittel. Angesichts dessen, was sich in den letzten Monaten auf den Finanzmärkten abgespielt hat mit dem gewaltigen Abschreibungsbedarf als Folge unsolider Spekulationsgeschäfte, sind Währungsreserven von achtzig Milliarden als zu klein einzustufen. Grössere Währungsreserven sind erforderlich. Die Währungsreserven sind in Relation zu Umfang und Risiko der Finanzplatz-Transaktionen schrittweise zu erhöhen.

Dabei ist auch der Goldbestand entsprechend zu erhöhen, damit die Währung durch Gold abgesichert bleibt. Der Gold-Anteil an den Währungsreserven ist mindestens beizubehalten, ohne dass der Nationalbank politisch ein verbindlicher Mechanismus vorgeschrieben wird, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

Unser Gold gehört in die Schweiz

In Zeiten drastisch verschärfter Krisen könnte das Gold schlagartig plötzlich viel stärker werden als jede Währung. Gold kann auch in extremen Situationen jederzeit für Tauschhandel und Rohstofferwerb eingesetzt oder in die akzeptierte Währung umgetauscht werden.

Ausgeliehenes oder verpfändetes Gold ist in Extremfällen, wenn jedes Land nur noch die eigenen Interessen verfolgt, nutzlos. Mit einem auf Papier festgehaltenen «Anspruch auf Gold» kann man in extremen Krisenzeit nichts kaufen. Nur wer das Gold physisch besitzt und ungehinderten Zugriff dazu hat, ist dann sicher, ein Zahlungsmittel in den Händen zu haben. Das Gold ist deshalb zwingend in der Schweiz zu lagern.

Nur eine ausreichend mit Gold unterlegte und abgesicherte Währung kann in Zeiten schwerer Krise ihre Stabilität – und damit auch ihre Kaufkraft – bewahren.

Gleichzeitig muss unsere Bevölkerung das Recht haben, zu wissen, so sich unser «Volksvermögen Gold» befindet. Die diesbezüglich Geheimnistuerei ist unverständlich. Die damalige Stellungnahme von Bundesrat Villiger, er wisse nicht, wo sich das Gold befinde und er «wolle es auch nicht wissen», ist nicht mehr zeitgemäss.

Luzi Stamm