Nr. 13, 26. Mai 2000

Expo.02
Pfründe für Nestbeschmutzer

Kommt Sie? Kommt sie nicht? Kommt sie doch? Um wieviel hundert Millionen wird der Steuerzahler erleichtert? Um hundert? Um zweihundert? Um fünfhundert Millionen? Eines ist jetzt klar: Sie kommt, die Expo.02! Franz Steinegger hat's gerichtet! Eine Parlamentsmehrheit folgt ihm. Die Bundeskasse darf dafür bluten.

Wundert sich jemand, dass sich - angesichts des damit wieder lockenden Geldregens aus öffentlichen Kassen - bereits einige erleuchtete Persönlichkeiten erneut ihre Hände zu reiben und Spektakuläres zu planen beginnen? Zu ihnen gehört Christoph Marthaler, seines Zeichens Kulturschaffender. Und Heimat- verächter. Er hat sich - was ihm in einem demokratischen Land an sich unbenommen ist - seinerzeit aktiv für die Armee-Abschaffung eingesetzt. Dann machte er sich einen Namen als «Nachdichter» des Schweizerpsalms, unserer Landeshymne. Was ihm viel Jubel aus der Medienwelt eintrug. Weil ihm folgender, offenbar originell sein sollender Reim einfiel: «Wenn der Alpenfirn sich rötet, tötet, freie Schweizer, tötet!».Ein Sätzlein, das die Expo-Leitung, der zur Deckung ihres angesagten Defizits inzwischen mehrere hundert Millionen an Steuergeldern versprochen sind, zu elektrisieren vermochte. Flugs lud sie Herrn Marthaler ein, ein besonderes Spektakel zu inszenieren - ausgerechnet die Bundes- feier, den 1. August des Jahres 2002, als Höhepunkt der Landesausstellung.

Ob solche Personalauswahl dem Sinne des Expo-Retters, von FDP-Präsident Franz Steinegger ent- spricht? Ob die Bespuckung der Schweiz Programmpunkt dieser Expo.02 sein soll? Ob Herrn und Frau Schweizer der Besuch der Expo vergällt wer- den soll? Ob den Schweizern allein die Rolle der Defizit- Decker in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken zugedacht ist?

us