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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 27. April 2007

Ein Feldzug und seine Motive

Der Ringier-Verlag lebt mit seinen Boulevard-Blättern ganz wesentlich von "Sex and Crime". Gäbe es weniger Verbrechen, so würden das Ringiers Sensations-Blätter an sinkenden Auflagen sofort schmerzhaft spüren.

Der Ringier-Verlag hat eine wilde, gehässige Kampagne gegen die Wehrmänner entfesselt, die ihre Armee-Waffen samt Munition zuhause aufbewahren. Die Heimabgabe von Waffen und Munition sei, wird aus Ringiers Küche penetrant behauptet, Ursache vieler Tötungsdelikte und vieler Suizide.

Wollen sich Ringiers Boulevard-Blätter - selbstlos wie ihre Redaktoren und Verleger seit eh und je waren und sind - um Auflage, Umsatz und Gewinn bringen, wenn sie den Armee-Waffen, angeblich Haupt-Triebfeder für wachsende Kriminalität, so verbissen zu Leibe rücken?

Oder glauben Ringiers Redaktoren den Zahlen, die sie zum behaupteten Zusammenhang zwischen Armee-Waffen und Kriminalitätsraten - nicht selten als "Hochrechnung" oder in Form von "Dunkelziffern" - liefern, etwa selber nicht?

Weil auch in Ringiers Kriminalitäts-Aufbereitungsküchen nur zu genau bekannt ist, dass die Zuchthäuser der Schweiz mit bis zu achtzig Prozent ausländischen Kriminellen belegt sind. Weil auch Ringiers Kampagnen-Organisatoren zweifellos wissen, dass die in allen polizeilichen Statistiken detailliert ausgewiesenen Wachstumszahlen bezüglich Gewaltkriminalität sehr viel mit ausländischen Tätern, nichts aber mit Armee-Waffen zu tun haben?

Das Haus Ringier bringt sich mit seiner wütenden Kampagne gegen die Abgabe der Armee-Waffen an die Dienstleistenden gewiss nicht um Auflage und Existenz. Wer - angesichts der tatsächlichen Hintergründe der in der Schweiz deutlich zunehmenden Gewaltkriminalität - dazu beiträgt, dass verantwortungsbewusste Waffenträger rigoros entwaffnet werden, womit den Kriminellen gleichsam ein Monopol auf - wenn auch illegalen - Waffenbesitz gesichert wird, der verschafft Boulevardblättern, die wesentlich von "Sex and Crime" leben, zweifellos eine goldene Zukunft.

Ulrich Schlüer

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