Nr. 11, 18. April 2008
Unzensiert
Im Namen Allahs, des Allmächtigen
Von Patrick Freudiger
Micheline Calmy-Rey ist eine emanzipierte Frau, eine Feministin. So emanzipiert, dass sie bei ihrer Vereidigung zur Bundesrätin 2007 nicht einmal die Schwurfinger erhob.
Aber auch Calmy-Reys Emanzipation kennt Grenzen. Nicht so sehr, wenn es um Gott geht. Wohl aber im Falle des Islam. Bei Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hofierte sie nämlich mit Kopftuch. Das Kopftuch ist Ausdruck von Frauenverachtung und -unterdrückung, dessen Tragen also nicht gerade die Form von mutiger Aussenpolitik, für die Calmy-Rey hierzulande stets gelobt wird.
Calmy-Rey ist aber gewiss kein Ausnahmefall in Sachen Selbsterniedrigung vor dem Islam. In Deutschland bezeichnete der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor 16 000 vor allem türkischstämmigen Zuhörern Assimilation als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Wie reagierte die deutsche Politik auf Erdogans Aufhetzung ethnischer Minderheiten? Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im O-Ton: «Mein Eindruck ist, dass er von der Grundordnung der freiheitlichen Demokratie völlig überzeugt ist.»
Noch weniger Selbstachtung bewies der holländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende. Nachdem sein Landsmann Geert Wilders einen islamkritischen Film im Internet veröffentlichte (alle TV-Stationen boykottierten die Ausstrahlung), fühlte sich Balkenende zu einer offiziellen Erklärung bemüssigt. Darin bedauerte er die Veröffentlichung und versicherte den Muslimen, dass die niederländische Regierung Wilders Ansichten nicht teilt.
Damit nicht genug. Die 27 EU-Aussenminister stellten sich in einer gemeinsamen Erklärung demonstrativ hinter Balkenendes Appeasement-Haltung und markierten so den traurigen Schlusspunkt in diesem erneuten Kapitel westlicher Selbsterniedrigung.
Wie sagte einst Benjamin Franklin: «Wer immer die Freiheit einer Nation abschaffen möchte, muss damit beginnen, die Redefreiheit zu unterdrücken.» Das wissen auch Allahs Dschihad-Berserker, welche Europa in ein Eurabien unter Herrschaft der Scharia transformieren möchten. So werden Islamkritiker wie Theo van Gogh schon mal auf offener Strasse niedergestochen. Sonst belassen sie es bei Massendemonstrationen und Drohungen; oder lassen – am einfachsten – ihre Arbeit durch andere verrichten. Z.B. durch westliche Dialog-Politiker, die Islamkritik im Namen von Respekt und Toleranz tabuisieren.
Ob es unseren Dialog-Politikern in einem solchen Eurabien wohl wäre? Micheline Calmy-Rey jedenfalls bräuchte nach Auslandreisen das Kopftuch nicht mehr abzuziehen; sofern sie überhaupt noch die Erlaubnis hätte, aus der Wohnung zu gehen. Sie würde dann vielleicht incognito Bücher schreiben über die guten alten Zeiten, wo frau noch Feministin sein durfte, ohne danach Prügelstrafen einzufangen.