Nr. 10, 5. April 2007
Ringiers
Geschäfte mit der Sex-Werbung
Von Peinlichkeit zu Peinlichkeit
Von Hans Kaufmann, Nationalrat, Wettswil ZH
Glänzte der Verleger Michael Ringier im Vorwort
zum Geschäftsbericht 2005 seines Verlagsunternehmens noch mit Aussagen
wie "Wir leben davon, dass wir jeden Tag Unkorrektes produzieren
Korrektheit ist für uns kein Wegweiser", so glaubt der gleiche Verleger,
es sei schick, den Jahresbericht 2006 mit einer Schrift aus der Nazizeit gestalten
zu müssen. Fast bedauernd hält der Verleger fest, dass "wir
ganz bewusst auf die Abbildung einer Swastika (Hakenkreuz) verzichteten."
Man stelle sich vor, die SVP würde ihren Jahresbericht in Nazischrift und der Abbildung entblösster Frauen gestalten. Wenn ein Verleger dann noch damit prahlt: "Eine Schrift, die wir mit der Nazizeit in Verbindung bringen, ein Emblem, das zum Horrorsymbol einer ganzen Generation wurde, Worte wie "Fuck you", die wohl noch nie jemals in einem Geschäftsbericht verwendet wurden und Zeichnungen von entblössten Frauen - auch nicht gerade Standard in einem Jahresreport, hätten uns intellektuell herausgefordert, dann muss man sich über das Niveau dieses Intellekts nur wundern.
Doch Verleger Michael Ringier gibt noch einen drauf: "Das Ergebnis ist verblüffend: Kein Jahresreport gleicht dem andern, jeder ist ein einzigartiges Unikat und doch haben alle Gemeinsamkeit. Sie sind ohne Ausnahme erst nach intensivem Nachdenken und anschliessenden Diskussionen entstanden und werfen oft einen ungewöhnlichen Blick auf unser Unternehmen, auf die Gesellschaft, in der wir tätig sind oder auf die Problematik unseres Handelns."
Vielleicht hätte man ergänzen können, dass solche Vorworte auch einen ungewöhnlichen Blick auf den Verleger werfen.
Wenn Skinheads mit Nazi-Symbolen
und ähnlichem die Öffentlichkeit provozieren, dann folgt zu Recht
ein Aufschrei. Wenn aber Verleger solches tun, dann ist offenbar "Toleranz"
angesagt. Dass der Ringier-Geschäftsbericht 2006 mit Sex-Bildern illustriert
wurde, verwundert nicht, denn der Verleger Michael Ringier verdient bekanntlich
einen grossen Teil seines Geldes mit Sexinseraten, die oft eine Ausbeutung
von Frauen zum Ziele haben. Es gibt wohl niemanden in der Schweiz, der aus
diesem miesen Geschäft so viel verdient wie die Familie Ringier. Die
exzessive Sex-Werbung im "Blick" und anderen Zeitungen hat vermutlich
auch dazu beigetragen, dass die Schweiz nun mit 2,1 Prostituierten pro tausend
Einwohner diese unrühmliche Rangliste der Industrieländer anführt.
Warum schweigen hier die in dieser Beziehung sonst so rührigen linken
Nationalrätinnen? Und warum sind sie bereit, einem solchen Verleger weiterhin
staatliche Unterstützungsgelder in Form von Posttaxenverbilligung etc.
zukommen zu lassen?
Hans Kaufmann