Nr. 10, 7. Mai 2004
Ja
zum Steuersenkungs-Paket
Schluss mit der staatlichen Abzockerei
Von Nationalrat Walter Wobmann, Gretzenbach SO
Einerseits extrem hohes Wachstum bei Steuern,
Abgaben und Gebühren, ebenfalls extrem hohes Wachstum bei den Staatsausgaben
und bei der Staatsverschuldung - andererseits dafür fast kein Wirtschaftswachstum.
Dies ist die alarmierende Bilanz der letzten zwölf Jahre.
In Zahlen ausgedrückt,
heisst das: Zwischen 1990 und 2002 stiegen die Einnahmen (Steuern, Abgaben
und Gebühren) auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene von insgesamt 112
Milliarden auf 178 Milliarden Franken. Paradoxerweise verdoppelte sich in
der gleichen Zeitspanne aber die
Gesamtverschuldung auf unglaubliche 235 Milliarden Franken!
Verschwendung
Dies beweist: Je mehr Geld die öffentliche Hand vom Volk nimmt, desto
mehr wird von ihr ausgegeben, und es werden sogar noch neue Schulden gemacht.
Also nicht bei den Einnahmen liegt das Problem, sondern bei den aus dem Ruder
laufenden Ausgaben. Aufblähung der öffentlichen Verwaltungen sowohl
beim Bund wie auch in vielen Kantonen, Missbräuche im Asyl- und Sozialbereich
sowie steigende Auslandaufwendungen kosten die Staatskassen viele Milliarden.
Die stetig steigende Verschiebung des Kapitals vom Volk hin zum Staat ist
indirekt auch eine schleichende Einführung des Sozialismus. Die katastrophalen
Erfahrungen aus den ehemals sozialistisch geführten Ländern mit
ihren vernichtenden Bilanzen sollten uns allen Warnung und Mahnung genug sein.
Es braucht dringend eine Kehrtwende. Aktivität, Initiative und Innovation
breiter Bevölkerungskreise dürfen vom Staat nicht mit zu hohen Steuern,
Abgaben und Überreglementierungen bestraft werden. Selbst linke Regierungen,
auch jene in Deutschland, haben dies erkannt und beginnen, die Steuern zu
senken, um ihre Gesellschaft und ihren Staat nicht noch ganz in den Ruin zu
treiben.
Wende möglich
Mit dem am 16. Mai zur Abstimmung gelangenden Steuersenkungs-Paket haben wir
die Gelegenheit, die in den letzten Jahren extrem stark angezogene Steuerschraube
ein wenig zu lockern. Die drei Elemente dieser Vorlage gehen in die richtige
Richtung. Erstens Familienentlastung: höhere Abzüge für Kinder
und bei den Krankenkassenprämien, neue Abzüge für Alleinerziehende
und für Fremdbetreuung und nicht zuletzt die Beseitigung einer alten,
stossenden Ungerechtigkeit mittels steuerlicher Gleichstellung der Ehepaare
mit den Konkubinatspaaren.
Zweitens Wohneigentumsförderung: Abschaffung der weltweit einzigartigen,
absurden Eigenmietwertsteuer und Einführung eines Bausparmodells, wie
es im Kanton Baselland schon eingeführt ist und sich auch bestens bewährt
hat. Drittens Stärkung der Wirtschaft durch Anpassungen bei der Stempelabgabe
und durch Erhöhung der Freigrenze bei der Emissionsabgabe, was vor allem
das Gewerbe, viele Klein- und Mittelbetriebe entlastet. Der von der Bundessteuer
gänzlich befreite Bevölkerungsanteil würde von heute 20 Prozent
auf 37 Prozent steigen.
Ehrlichkeits-Test
All dies wurde in den vergangenen Jahren von mehreren Parteien und vielen
Politikerinnen landauf, landab vor allem vor Wahlen gefordert. Das Steuersenkungs-Paket
ist damit auch ein hervorragender Ehrlichkeits-Test für Parteien, ihre
Politiker und Politikerinnen. Bezeichnenderweise wollen die Gegner des Steuersenkungs-Paketes
auf der linken Seite die Mehrwertsteuer noch weiter erhöhen. Über
eine Erhöhung um 1,8 Prozent wird ebenfalls am 16. Mai abgestimmt. Diese
Erhöhung hätte für die Bevölkerung eine jährliche
Mehrbelastung von gegen 5 Milliarden Franken zur Folge. Da allgemein bekannt
sein dürfte, dass die Mehrwertsteuer eine unsoziale Abgabe ist, würden
die unteren Einkommensschichten fatalerweise verhältnismässig stärker
belastet als die hohen Einkommen.
Mit einem Ja zum Steuersenkungs-Paket werden breite Bevölkerungskreise
finanziell entlastet, und der wirtschaftliche Aufschwung kann vorangetrieben
werden. Arbeitsplätze können gesichert und neue geschaffen werden.
Somit können auch die Sozialwerke ohne zusätzliche Abgaben gesichert
werden.
Es entsteht also eine Mehrfachgewinn-Situation für alle.
Walter Wobmann, Nationalrat