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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 19. April 2002

Schlägereien zwischen Rekruten in Birmensdorf ZH
Ohne Schlagzeilen

Am Stadtrand von Zürich, hinter dem Üetliberg, liegt eine Gemeinde, die selten von sich reden macht. Nicht einmal dann gerät Birmensdorf in die Schlagzeilen, wenn sich dort Unglaubliches, Unerhörtes ereignet.

Kürzlich gerieten sich dort Rekruten des in Birmensdorf gelegenen Waffenplatzes Reppischtal auf dem Heimweg vom Ausgang im nahen Zürich massiv in die Haare. Eine wüste, rabiat eskalierende Schlä- gerei entbrannte. Auch zwei höhere Unteroffiziere, die die Streithähne trennen wollten, wurden zusam- mengeschlagen. Es gab Verletzte. Ein Rekrut musste ins Spital eingeliefert werden.

Einige Medien berichteten zwar über dieses Ereignis, das sie kurz mit Alkohol in Verbindung brachten. Seither herrscht Funkstille. Die Hintergründe der üblen Schlägerei sind also tabu - solange es nicht gelingt, Augenzeugen zu finden. Von diesen erfährt man allerdings Aufwühlendes: Die zwei Parteien, die sich die Schlägerei lieferten, waren nämlich klar identifizierbar: Schweizer auf der einen Seite, Einge- bürgerte aus dem ehemaligen Jugoslawien auf der Gegenseite. Seit Wochen habe sich die Spannung aufgebaut, habe sich Unmut aufgrund immer wieder neuer Provokationen aufgestaut ­ weil sich, aus Schweizer Sicht, die Eingebürgerten einfach nicht wirklich in den Dienstbetrieb einzugliedern bereit- fanden.

Bis es zur offenen, gewalttätigen Schlägerei kam. Zwischen uniformierten Rekruten und uniformierten Rekruten, Verletzte fordernd. Rein äusserlich prügelten Schweizer gegen Schweizer. Tatsächlich aber zeigte sich ein neuer Aspekt der zum Zwecke der Statistik-Beschönigung vom Departement Metzler massiv forcierten Einbürgerung.

In Birmensdorf wurde das Geschehen bestimmt von Eingebürgerten aus dem ehemaligen Jugoslawien, die ­ obwohl Rekruten der Schweizer Armee ­ zum Teil bloss gebrochen deutsch sprechen. Fakten, welche die Medien ausblenden. Selbst dann, wenn daraus tätliche Auseinandersetzungen von gefähr- lichem Ausmass resultieren.

Die Bevölkerung, so will es ein eigentliches Komplott zwischen Bundesbern und Medien, soll nicht erfahren, was unserem Land mit der aus Bern forcierten Einbürgerung beschert wird. Solche Fakten gehören verschwiegen ­ damit man jeden, der solch forcierter Einbürgerung mit Skepsis begegnet, um so einfacher und pauschaler in den Dunstkreis von Willkür und Rassismus stellen kann.

Ulrich Schlüer

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