![]()
Wir sind die Zeitung, die dafür
sorgt,
dass gesagt wird, was nicht ungesagt bleiben darf.
Verdis «Ernani» mit dem Bündner Nabucco-Chor
Aufführungen am 25./26./28. und 30. April 1998 in Landquart und
Zürich
Details am Artikelende
Fest der schönen Stimmen
Von Alexander Segert, Zürich
Stimmgewaltig und ergreifend begeisterten sie 1996 mit ihren unvergesslichen Nabucco-Aufführungen das Publikum. Nun bieten die rund 100 engagierten Sängerinnen und Sänger des Bündner Nabucco-Chors eine neue Verdi-Oper dar: Mit «Ernani», einer dramatischen Oper, die ein Juwel für anspruchsvolle Chorpartien ist, werden sie im April in Zürich und Landquart einen weiteren Opern-Höhepunkt darbieten, der an Dynamik und Emotionen kaum zu übertreffen ist.
In Anlehnung an die historischen Gegebenheiten der Verdi-Oper «Ernani» sollte ein Teil des Bündner Nabucco-Chors im Beisein von Karl dem Grossen, dessen Urstatue in der Krypta des Zürcher Grossmünsters steht, eine erste Kostprobe auf die halbszenische Aufführung der Räuber-Oper geben. Doch zum Glück entschieden sich die Verantwortlichen, den gesanglichen Vortrag in das Kirchenschiff des Grossmünsters zu verlegen, denn die beeindruckende Stimmengewalt der rund 30 jugendlichen Chorsänger sowie der Solisten der Cumpignia Rossini hätten die Statue Kaiser Karls des Grossen aus ihrer Verankerung gerissen und die Krypta erschüttert. Im Kirchenschiff hingegen konnte der Bündner Nabucco-Chor seine stimmliche Schönheit und Ausdruckskraft voll zur Geltung bringen und eine eindrückliche Kostprobe der geplanten Opernaufführung bieten, die Appetit auf mehr macht und für die Aufführung Grossartiges erwarten lässt.
Dem künstlerischen Leiter und bekannten Bass, Armin Caduff, der in der Rolle des Schlossherrn De Silva zu hören sein wird, ist es gelungen, die dramatischen Ereignisse um den Banditenführer «Ernani» und seine grosse Liebe «Elvira» chorgerecht zu inszenieren. Die Handlung der bekannten Verdi-Oper wurde leicht gestrafft, alle Szenen spielen sich im Foyer des Schlosses ab; statt unversöhnlicher Rache und Tod triumphieren am Ende Liebe und Vergebung. Zudem wurden die Chorpartien speziell betont, was den einmaligen Bündner Nabucco-Chor in voller Stimmkraft zur Geltung kommen lässt: mitreissend, ergreifend, begeisternd!
Organisiert und unterstützt wird dieses Opernerlebnis einmal mehr von der in Graubünden beheimateten EMS-CHEMIE und SVP-Nationalrat Christoph Blocher, über dessen Bedeutung für das Zustandekommen der zweiten Opernaufführung des Bündner Chors der künstlerische Leiter Armin Caduff keine Zweifel aufkommen liess: «Ohne Christoph Blocher gäbe es diese Oper nicht, kein Orchester, keine Aufführung, sondern nur Sänger, die sich nach Opern sehnen, aber deren schöne Luft nicht zu atmen bekommen.» Dazu hielt der Angesprochene an der Pressekonferenz, die sich an die Gesangskostprobe anschloss, fest, dass es die primäre Aufgabe eines Unternehmens sei, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht Kultur zu fördern, doch im Falle der Bündner Chöre sei es für die EMS-CHEMIE als grösster Arbeitgeberin der Region in Verbundenheit mit der Landschaft, deren Kultur und Bevölkerung fast eine «Verpflichtung, die Juwelen der Region zur Geltung zu bringen. Es gibt viele wunderbare Stimmen im Bündnerland», erklärte Blocher weiter, «und dieser Chor vereinigt sie auf besonders beeindruckende Weise. Selten haben mich Opernaufführungen so berührt, wie sie dieser Chor darbietet. Den enormen Fleiss und das Können der Sängerinnen und Sänger, mit dem sie so vielen Menschen Freude bereiten, unterstützen wir gerne, denn sie haben es verdient!»
Von Alexander Segert, Zürich
Die Aufführungen «Ernani» von Giuseppe Verdi mit dem Bündner Nabucco-Chor finden statt:
in Landquart im Forum im Ried: 25. April 1998, 20.00 Uhr und am 26. April 1998, 19.00 Uhr
in Zürich in der Tonhalle, Grosser Saal: 28. April 1998, 19.30 Uhr und am 30. April 1998, 19.30 Uhr