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Die Schweiz als Erpressungs-Opfer
Die verlorene Ehre
Von Hans R. Herdener, Uitikon
Als am 1. September 1939 nach dem Überfall Deutschlands auf Polen die Generalmobilmachung ausgerufen worden war, waren wir Schweizer noch recht zuversichtlich.
Man hielt nicht allzu viel von Hitler und seiner Wehrmacht. Sollen sie nur kommen, sagten wir uns, wir würden uns schon zu wehren wissen. Und im übrigen stand ja immer noch Frankreich, die grösste Militärmacht Europas, im Hintergrund, die bestimmt helfend eingreifen würde.
Diese hochgemute Haltung änderte sich rapide, als die Deutschen in ihrem «Feldzug der 19 Tage» die veraltet ausgerüsteten Polen restlos besiegt und weder die Franzosen noch die Engländer, die Hitler zwar den Krieg erklärten, einen kleinen Finger zu ihrer Unterstützung gerührt hatten.
Vorbild Finnland
Da überfiel am 30. November 1939 die mächtige Sowjetunion das kleine Finnland. Wenige Tage zuvor hatte sie von den Finnen namhafte Gebietsabtretungen gefordert, welche Helsinki als nicht annehmbar ablehnte. Die Quittung bestand in einem massiven russischen Luftangriff auf die finnische Hauptstadt und einem gewaltigen Vorstoss von sechs Divisionen auf der karelischen Landenge. Doch die Finnen wehrten sich. Unter der tatkräftigen Führung Marschall Mannerheims leisteten sie einen erbitterten Widerstand und warfen die Russen hinter die Grenze zurück.
Die Kräfteverhältnisse waren völlig ungleich. Die Sowjets verfügten an dieser Front über 30 Divisionen mit 800 Flugzeugen und unerschöpfliche Reserven. Demgegenüber besassen die Finnen nur gerade 10 Divisionen mit 100 alten Flugzeugen und gar keine Reserven.
Als die Russen auch nördlich des Ladogasees, in Mittel- und Nordfinnland angriffen, wurden sie überall von den Finnen gestoppt. In Salla erlitten die Russen eine Niederlage und bei Suomussalmi wurden gar zwei russische Divisionen, die 44. und die 163., restlos vernichtet. Die Mannerheimlinie auf der karelischen Landenge hielt dem russischen Ansturm stand.
Doch auf die Dauer war der Krieg für die Finnen nicht zu gewinnen. Foch sagte einmal: «La victoire ne se fait que par les restes». Und eben über diese Reste, diese verbleibenden Reserven, verfügten sie nicht mehr. Am 12. März 1940 fiel Wiborg; die Mannerheimlinie war durchbrochen. Die Finnen mussten noch am gleichen Tage in Moskau einen Waffenstillstands- und Friedensvertrag unterzeichnen. Sie hatten Karelien und grössere Randgebiete in Mittel- und Nordfinnland an die Sowjetunion abzutreten; aber sie behaupteten ihre Freiheit und Unabhängigkeit!
In der Schweiz weckte der erfolgreiche Widerstand des kleinen Finnlands gegen den russischen Giganten neuen Mut und Zuversicht. Was die Finnen gegen Stalin fertig brachten, sollte uns doch auch gegen Hitler möglich sein, war die weitverbreitete Ansicht.
Wo war jedoch dieser «finnische Geist», als uns Senator dAmato vorwarf, wir hätten uns an den Bankkonten und am Gold der Juden im Zweiten Weltkrieg schamlos bereichert?
Weiche Knie
Der Bundesrat fiel auf die Knie, die Banken traten von einem Fettnäpfchen ins andere, verschiedene Parlamentarier wieselten zur untertänigen Entschuldigung nach New York und grosse Teile unserer Medien stimmten in diese widerlichen Anschuldigungen ein. Das Fernsehen war mit den haarsträubenden Filmen «Nazigold und Judengeld» und «Lhonneur perdu de la Suisse» für den absoluten Tiefpunkt dieser Kampagne besorgt.
Warum haben wir so anders als 1939/40 die Finnen reagiert? Unser Bundesrat hätte sich in corpore hinter Delamuraz stellen müssen, der als Einziger den Mut gehabt hatte, die Forderungen dAmatos als «Erpressung» zu bezeichnen. Er hätte stolz er-
klären müssen, von einem simplen amerikanischen Senator lasse er sich nicht unter Druck setzen und denke überhaupt nicht daran, auf seine Forderungen auch nur einzutreten.
Die richtige Antwort
Unsere Banken hätten rasch und ohne Umschweife bekanntgeben sollen, dass sie selbstverständlich alle eruierbaren Konten mit Zins und Zinseszins zurückzahlen würden. Darüber hinaus jedoch sähen sie keine Veranlassung, auch nur einen roten Rappen zu bezahlen, selbst wenn deshalb einige jüdische Konten in den USA gekündigt würden. Unsere Medien hätten sich unisono gegen derartige Anwürfe verwahren und die Amerikaner auffordern müssen, zuerst einmal vor der eigenen Türe zu wischen. Und unser Fernsehen hätte einen Film über die Konferenz von Evian von 1938 drehen können, an der keiner der dort versammelten 32 Staaten, inklusive USA und England, bereit war, auch nur einen kleinen Teil der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen. Es hätte auch das Schiff mit den 900 Juden in den Film miteinbeziehen können, das die Amerikaner vor ihrer Küste gestoppt und in den sicheren Tod nach Europa zurückgeschickt hatten.
Das wäre eine Haltung gewesen, die jener der Finnen gegenüber den Sowjets entsprochen hätte. Die Finnen haben zwar damals den Krieg gegen die Russen verloren, aber sie haben ihre Ehre und ihre Unabhängigkeit gerettet. Wir haben in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit den jüdischen Organisationen in Amerika zum vornherein kapituliert. Damit haben wir nicht nur den Krieg, sondern auch unsere Ehre und Selbstachtung verloren. Und das tut weh!
Hans R. Herdener, Uitikon