Nr. 08, 8. April 2004
Tendenziöse
Vermischung zweier Vorlagen
Der üble Trick von Pfarrer Blick
Von Nationalrat Ulrich Schlüer, Flaach ZH
Der derzeit von einem Pfarrer geleitete «Blick»
(und mit ihm die gesamte, unter dem Politkommando von Frank August Meyer stehende
Ringier-Presse) schiesst gegenwärtig aus allen Rohren gegen das Steuerentlastungspaket
vom 16. Mai 2004.
Zwar verrät uns die
Ringier-Presse nicht, weshalb sie das Paket als falsch beurteilt. «Blick»
bestreitet nirgends, dass die Bürger - nach fünfzehn Jahren steigender
Steuern, Abgaben und Gebühren sowie massiv gestiegenen Krankenkassenprämien
- endlich einmal eine finanzielle Entlastung verdienen.
Nein: Der «Blick» verfolgt unter seiner pfarrherrlichen Leitung
ganz andere als sachliche Ziele. Im Gleichschritt mit der Linken will er mit
einer ganz und gar skrupellosen Verwirrungs-Kampagne den im Dezember letzten
Jahres etwas bürgerlicher gewordenen Bundesrat anprangern, zum notorischen
Verlierer stempeln, anschwärzen, diffamieren. Dass es auch um den Wirtschaftsplatz
Schweiz geht, dass es auch um den Mittelstand, dass es ums selbständige
Überleben des «kleinen Mannes» geht,
als dessen «Anwalt» sich der «Blick» so gerne aufspielt
- das bleibt für einmal beiseite. Der Bundesrat soll - um bei der «Blick»-Sprache
zu bleiben - ganz einfach in die Pfanne gehauen werden.
Die «Blick»-Methode, mit welcher Einkommens-Beispiele von Einzelnen,
Paaren und Familien präsentiert werden, ist alles andere als zimperlich.
Will doch der «Blick» einzig und allein «beweisen»,
dass niemand mit kleinem oder mittlerem Einkommen von den vorgesehenen Steuerentlastungen
profitiert. Zwar gibt er völlig richtig an, in welchem Ausmass in Franken
und Rappen sämtliche Steuerzahler vom eigentlichen Entlastungspaket begünstigt
werden. Sogleich aber fügt er eine «Korrektur-Kolonne» an
- womit er zeigen will, wie besonders kleine und mittlere Einkommen getroffen
werden von der Mehrwertsteuer-Erhöhung. Damit gelingt es, das Gesamt-Paket
in den roten
Zahlen, mit dem angestrebten Negativ-Saldo abzuschliessen. Ebenso perfide
wie systematisch wird der Leserschaft dabei verschwiegen, dass die Mehrwertsteuer-Vorlage
eine vor allem von Linken, besonders von SP und Gewerkschaften gepuschte Vorlage
ist. Verschwiegen wird besonders, dass jeder Stimmbürger völlig
frei ist, dem Entlastungspaket zuzustimmen, die Mehrwertsteuer-Erhöhung
am 16. Mai 2004 aber abzulehnen, womit jedem Einzelnen die volle Entlastung
dieses Entlastungspaketes zufällt.
«Pfarrer Blick» unterschlägt systematisch, dass von bürgerlicher
Seite (SVP und FDP)
die Mehrwertsteuer-Erhöhung bekämpft wird. Weil erstens - wie die
Resultate von 2003 zeigen - die Lage der AHV nicht nach sofortigen Mehreinnahmen
ruft. Und weil in der Kommission die SVP-Alternative zur Mehrwertsteuer-Erhöhung
bereits beschlossen ist: Indem die Erträge der von der Nationalbank nicht
mehr benötigten Goldreserven hauptsächlich der AHV zuzuführen
sind - eine
spürbare Entlastung der AHV auf Jahre hinaus. Vor allem unterschlägt
der «Blick» das strategische Ziel der Linken, das darin besteht,
aus den Steuerzahlern noch viel mehr als heute schon herauszupressen, damit
der gefrässige Funktionärsstaat unangetastet bleibt - jener Funktionärsstaat,
aus welchem die SP mehr und mehr ihre eigene Anhängerschaft rekrutiert.
Ulrich Schlüer
PS: Der «Blick»
hat sich zu dieser Kolumne zu Wort gemeldet: Sein Chefredaktor sei nicht Pfarrer
im eigentlichen Sinn, er sei bloss Theologe. Ob damit, gemäss «Blick»,
denn andere Massstäbe an Redlichkeit und Verpflichtung zur Wahrheit anzuwenden
sind?