Nr. 7, 3. April 2010
Bulletin der Bürgeraktion «Gesunde Währung»
USA kolonialisieren Finanzmärkte
Von Ulrich Schlüer, Nationalrat, Flaach, ZH
Die US-Steuerbehörde will US-Bürger daran hindern, künftig auch nur Teile ihres Vermögens auf nicht-amerikanischen Banken anzulegen. US-Kolonialisierung aller Finanzmärkte scheint das Ziel zu sein.
Soeben hat der amerikanische Kongress ein neues, einschneidendes Gesetz erlassen. Fortan dürfen Einwohner der USA nur noch auf solchen nicht-amerikanischen Banken Vermögensteile anlegen, welche der US-Steuerbehörde den vollumfänglichen Durchgriff auf alle Daten ihrer US-Kunden vertraglich zusichern. Noch mehr: Alle nicht-amerikanischen Banken, wo immer auf der Welt sie auch stehen, müssen sich, wenn sie US-Kunden behalten wollen, vertraglich verpflichten, Steuerpolizei-Aufgaben für die USA zu übernehmen. Einen ähnlichen Versuch, ausländische Finanzmärkte zu kolonialisieren, hat die Welt bisher nicht gesehen.
USA in der Schuldenfalle
Die Administration Obama, welche diese Kolonialgesetzgebung durchgesetzt hat, nimmt damit offensichtlich in Kauf, dass Banken ausserhalb der USA jegliche Kundenbeziehung zu Amerikanern abbrechen. Die Vermögenden in den USA werden gleichsam ins eigene Land eingesperrt.
Welches sind die Hintergründe dieser finanzpolitischen Fesselung aller US-Einwohner ans US-Bankensystem?
Die Massnahme verrät, in welchem Ausmass die Finanz- und Wirtschaftskraft der USA von der mit normalen Mitteln nicht mehr zu bewältigenden Überschuldungskrise bedroht ist. Dass die USA weltweit am höchsten verschuldet sind, ist zwar nicht neu. Neu aber ist, dass die USA ihre Schuldscheine – gleichsam die Zeugnisse der notorisch negativen US-Zahlungsbilanz – nicht mehr wie bisher im Ausland zu vergleichsweise niedrigen Zinsen absetzen können. China wurde auf diesem Weg zum Hauptgläubiger der USA. Aber China will diese Rolle nicht länger spielen. Es tauscht seine exorbitanten Dollar-Reserven Schritt für Schritt gegen Sachwerte ein: Gegen afrikanische Rohstoff-Minen und die dazugehörigen Verarbeitungsanlagen. Auch Volvo wurde mit Dollar-Reserven erworben. Und China setzt seit Monaten mehr US-Schuldscheine ab, als es neue kauft.
Das ist für die USA brandgefährlich. Müssen, um neue Käufer für US-Schuldscheine zu gewinnen, die Zinsen erhöht werden, droht der USA eine Inflations-Explosion. Die USA sitzen rettungslos in der Schuldenfalle.
Eine neue Mauer
Diesem Verhängnis scheint Washington entgehen zu wollen, indem es den Amerikanern den Zugang zu ausländischen Banken verbietet. Eine Mauer wird errichtet, die Vermögensabfluss zu verhindern hat. Damit will die USA die Amerikaner zwingen, jene US-Schuldscheine zu kaufen, welche China und weiteres Ausland nicht mehr kauft.
Diese (durch und durch sozialistische!) Zwangs-Gesetzgebung ist ein Alarmzeichen: Mit schwerwiegenden Währungsturbulenzen ist zu rechnen.
Absicherung
Wer den eigenen Staat, den eigenen Finanzplatz, das eigene Vermögen aus den Gefahren solcher Turbulenzen heraushalten will, muss solide Absicherung ins Auge fassen: Absicherung durch Gold. Das gilt für die staatlichen Währungsreserven wie für das private Vermögen.
Nur Blinde können die Gefahrenzeichen übersehen, die als Folge der Überschuldung aller Industriestaaten bedrohlich sichtbar werden.
Ulrich Schlüer
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