Nr. 7, 15. März 2002

Deutsche Kriegsherren
«Club der Ungedienten»

Die Wortführer der rot-grünen deutschen Bundesregierung, vor wenigen Jahren noch fast ausnahmslos gegen alles Militärische lauthals demonstrierend, wollen heute Deutschland mit Hilfe der Bundeswehr in den Rang einer Zentralmacht in Europa erheben.

Pikant: Von den «neuen linken Kriegsherren» haben die wenigsten ­ obwohl für die deutsche Bundes- wehr bis heute im Prinzip die allgemeine Wehrpflicht gilt ­ je selber Militärdienst geleistet. Weder Bundeskanzler Gerhard Schröder noch Verteidigungsminister Rudolf Scharping haben auch nur einen einzigen Tag als Soldaten zugebracht. Aussenminister Joschka Fischer war ebenso Dienstverweigerer wie Verkehrsminister Kurt Bodewig und Umweltminister Jürgen Trittin.

Keinen Militärdienst geleistet haben auch Finanzminister Hans Eichel, Innenminister Otto Schily und Wirtschaftsminister Werner Müller. Arbeitsminister Walter Riester ist der einzige in der rot-grünen Kabinettsriege, der eine volle Wehrdienstzeit abgeleistet hat. Die deutschen Minister, angesprochen auf solchen Widerspruch, pflegen die ausweichende Antwort aufzutischen, auch von der Ministerriege der CDU-Bundesregierung unter Helmut Kohl hätte bloss eine Minderheit Wehrdienst geleistet. Trotzdem müssen sich die jetzigen Minister, die ohne eigene Diensterfahrung in aller Welt Bundeswehreinsätze befehlen, vom deutschen Nachrichtenmagazin «Focus» das Attribut «Club der Ungedienten» gefallen lassen.

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