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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 11. März 2005

Joschka Fischers Verschleuderung von Schengen-Visa
Ca. 437 553mal Kölner Dom


Was der deutsche Aussenminister Joschka Fischer da ganz Europa eingebrockt hat, ist mehr als bloss happig. Nach heutigem Wissensstand dürften von Deutschland auf Weisung von ganz oben so um die eineinhalb Millionen Schengen-Visa unüberprüft an irgend welche Individuen in Osteuropa abgegeben worden sein. Womit diesen Individuen völlig freier, von niemandem mehr kontrollierter Zugang in alle westeuropäischen Länder gesichert ist.

Halt! Nicht in alle! In die Schweiz können diese Ukrainer (und andere) nicht einreisen. Weil die Schweiz - Gott sei Dank! - dem Schengen-Vertrag nicht angeschlossen ist.

Unglaublich, auf welch lächerlich simple Weise das ganze Schengen-System ausgehebelt werden konnte: Da musste jeder Visa-Bewerber auf vorgedrucktem Formular dem deutschen Konsulat einen "Besuchsgrund" nennen. Mehrere hunderttausendmal wurde in diese Rubrik "Besichtigung des Kölner Doms" eingetragen. Hätten die Antragsteller ihre vorgetäuschte Absicht je umgesetzt, dann wäre der Kölner Dom vor lauter Besuchern geborsten. Doch keiner ging hin - was Berlin haargenau wusste. Joschka Fischers Reaktion? Er untersagte den von Tausenden bestürmten deutschen Konsulaten in Kiew und anderswo, den Wahrheitsgehalt der angegebenen "Reisegründe" zu überprüfen. Die Schengen-Visa sollten einfach verteilt werden. Basta! Damit - das war Fischers Motiv - Europa endlich zur "Multikulturalität" umerzogen werde.

Derweil muss das Deutsche Bundeskriminalamt einräumen, dass nach seiner Einschätzung rund neunzig (!) Prozent der mit diesen unkontrollierten Schengen-Visa nach Europa Gelangten Kriminelles im Schilde führen. Man wisse, dass sie jetzt irgendwo in Europa seien. Nur wisse man nicht, wo genau sie seien. Denn das Schengen-Visum öffnete ihnen alle Grenzen in Europa. Mit Ausnahme der schweizerischen - weil die Schweiz nicht bei Schengen ist.

Die hiesigen Medien - allesamt Brüssel-süchtig - verharren angesichts dieser Öffnung Europas für Verbrecher im Gleichschritt mit dem Bundesrat in betretenem Schweigen. Der Fischer-Missbrauch, der wegen seiner Schengen-Dimension ganz Europa über eine Million Kriminelle beschert, wird hier im Blick auf die bevorstehende Schengen-Abstimmung zum Nicht-Thema erklärt und totgeschwiegen.

Trotzdem ist klar, was der Schweiz blüht, wenn sie auf die Schengen-Schalmeien aus Bern hereinfallen sollte: Kriminelle millionenweise. Rot-Grün machts's möglich.


Ulrich Schlüer


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