Spalte rechts

Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 15. Februar 2008

Aggressiver Islam - schwächelnde Kirchen
Integration oder Kolonisierung?


Allmählich scheinen selbst politisch Blinde, Taube und Gehörlose zu realisieren, dass die islamische Scharia den europäischen Rechtsstaaten ernste Probleme bereitet.

Da besucht der türkische Premier Erdogan (das ist der, der Moscheen schon als "unsere Kasernen" und Minarette als "Bajonette" bezeichnet hat) Deutschland. Er fordert den Bau türkischer Schulen, türkischer Universitäten. In Deutschland, nicht in der Türkei. Auf Kosten deutscher, nicht türkischer Steuerzahler. Zur Pflege der türkischen Muttersprache, der türkischen Kultur. Integration, das Erlernen der deutschen Sprache, sei schon recht - aber die angestammte Kultur und Sprache gehe vor…

Wer so spricht, ermuntert Landsleute gewiss nicht zur Integration am neuen Wohnsitz in Westeuropa. Er erteilt weit eher einen Auftrag zur Kolonisierung.

Gleichzeitig stellt ein eher kleinlautes Oberhaupt der Kirche von England, Erzbischof Rowan Williams, resignierend fest, man komme in Westeuropa wohl nicht darum herum, "gewisse Teile" der islamischen Scharia ins europäische Recht zu übernehmen.

Selbstbewusster Angriff aus Ankara - ängstlich sich duckender Kirchenfunktionär in Europa.

Zwar erhob sich europaweit lautstarker Protest gegen den englischen Kirchenfürsten. Nur: Hat nicht kürzlich selbst das Schweizer Bundesverwaltungsgericht einem hier wohnhaften Ägypter gegenüber eine - hier illegale - "Eheschliessung in Abwesenheit der Brautleute" ausdrücklich als rechtens "gemäss Scharia" anerkannt? Sehen nicht Aberhunderte von Behörden sorgfältig darüber hinweg, dass das System der muslimischen Zwangsehe hier längst Einzug gehalten hat? Gibt es hier nicht Stimmen, welche Bedenken gegen die Einbürgerung gewisser Muslime als "Rassismus" verunglimpfen? Hat nicht soeben einer, der wegen offensichtlicher Befürwortung von Steinigungen "gemäss Scharia" aus dem Schuldienst entlassen worden ist, eine gute Million Entschädigung für solch "unrechtmässige Entlassung" eingestrichen? Haben Scharia-Sitten des "Auge in Auge…", also des Rechts auf gewalttätige Rache (im Extremfall bis zur Blutrache) nicht auch hier Einzug gehalten - derweil sich die hiesige Classe politique über Schäfchen-Plakate ereifert?

Protest ist gut - Handeln wäre dringender. Kolonisierungs-Ansprüche können mit Wortprotesten allein nicht gebannt werden.

Ulrich Schlüer

**Weitere Kommentare**