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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 18.
Februar 2005
Tatsachen oder "political correctness"?
Schlägertochter
Rote Köpfe in den Redaktionen verschiedener
Zeitungen. Im Visier ist ein Inserat. Ausgerichtet auf die Abstimmung über
die neue Zürcher Verfassung. Anhand eines drastischen Beispiels wird
in diesem Inserat (es ist im Originaltext auf Seite 8 der heutigen "Schweizerzeit"
zu finden) konkret gezeigt, was geschieht, wenn bisher einzeln beschlossene
Fürsorge-Massnahmen plötzlich in Rechtsansprüche umgewandelt
werden.
Im Inserat wird der Fall jener am Zürichsee einquartierten Roma-Familie aus Kosovo geschildert, die auf Kosten der Steuerzahler feudal in einem geräumigen Einfamilienhaus wohnt. Ihr Asylgesuch wurde längst abgelehnt. Als Folge penetranter Ausnutzung jeder Rekursmöglichkeit und eines die Ausweisung sistierenden Beschlusses der Asylrekurskommission lebt diese Familie seit Jahren auf Kosten der hiesigen Fürsorge.
Die jüngste Tochter - aber nicht bloss diese - wurde wiederholt zur Anstifterin schwerer Schlägereien. Die Eltern erklären sich machtlos. Für das saubere Früchtchen wurde "Einzelbetreuung" angeordnet. Auf Kosten der Steuerzahler. Diese bezahlen für diese Familie jährlich inzwischen eine volle halbe Million - denn Bescheidenheit ist nicht die hervorstechendste Tugend dieser Kostgänger des Staates.
Im Inserat wird die sich notorisch herumprügelnde Tochter tatsachengerecht als "Schlägertochter" bezeichnet. Das rief die Gilde der "politisch Korrekten" auf den Plan. Die NZZ-Redaktion verweigerte in belehrender Selbstgerechtigkeit den Abdruck des ganzen Inserats. Andere Redaktionen verlangten "textliche Anpassungen". Im Klartext: Beschönigungen.
Während um die Text-Retouchen gefeilscht wurde, traf just eine neue Meldung ein: Die saubere Tochter der Roma-Familie aus Kosovo wurde bei einem Ladendiebstahl ertappt. Sie wurde vom Personal gestellt. Und reagierte sofort. Mit ihren Fäusten. Die sie anhaltende Person wurde aufs brutalste zusammengeschlagen
Aber "Schlägertochter" soll man die Schlägerin nicht nennen dürfen. Dafür tut sich die Familie dieser Schlägertochter weiterhin gütlich am Schweizer Topf.
Würde
diese Roma-Familie doch wenigstens bei Mitgliedern der die längst überfällige
Ausweisung noch immer blockierenden Asylrekurskommission einquartiert.
Ulrich Schlüer