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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 2. Februar 2007

Läppische Polemik zur Verharmlosung der Ausländerkriminalität
Klassenkampf von gestern

Ein zufriedener Schweizer kehrt von einem Theaterbesuch spätabends nach Hause zurück - und wird auf dem Trottoir von einem ausser Rand und Band geratenen Raser zutode gefahren. Wer ist schuld an dieser Untat? Der Raser oder der Überfahrene? Der Tages-Anzeiger sagt's uns: Schuld sind die, die verlangen, dass die Nationalität des verantwortungslosen Rasers öffentlich bekanntgemacht werde. Weil dies alle Balkan-Ausländer frustriere, was zu neuer Raserei provoziere.

Ein anderer Schweizer verlässt früh am Vormittag eine Bäckerei. Er wird von mehreren Tätern angefallen, zusammengeschlagen, erheblich verletzt, beraubt. Wer ist schuld an dieser Tat? Der Überfallene oder die Gewalttäter? Der Tages-Anzeiger (in seiner Sicht neuerdings auch von der NZZ leise unterstützt) kennt die Schuldigen: Die Polizei, weil sie in der Täterbeschreibung die Angreifer als vermutlich balkanischer Herkunft bezeichnete.

Wer - lesen wir im Tages-Anzeiger - nach der Nationalität von Straftätern frage, treibe Ausländer unweigerlich in die Kriminalität. Wer festhalte, dass die Schweiz überdurchschnittlich von Ausländerkriminalität heimgesucht werde, dass kriminelle Ausländer überdies weit gewalttätiger vorgehen als andere - wer solches öffentlich sage, sei schuld an Verbrechen und Gewalt. Weil er die "soziale Frage" ausklammere. Ausklammere, dass zwangsläufig kriminell werde, wer der sozialen Unterschicht angehöre. Es ist angeschimmelte Klassenkampf-Theorie, die Dario Venutti (Tages-Anzeiger, 24. Januar 2007) uns mit solchen Sätzen präsentiert, wohl abgeschrieben bei Marx und Lenin.
Als Spätzünder der Achtundsechziger beleidigt er mit solchen Theorien vom Misthaufen der Geschichte höchstens all diejenigen, die sich - obwohl nicht auf Rosen gebettet - anständig durchs Leben bringen.

Die Bevölkerung aber hat Anspruch auf Schutz vor Gewalt. Der massive Anstieg von Gewalt im schweizerischen Alltag steht statistisch nachweisbar in Zusammenhang mit der Ausländerkriminalität (vor allem mit Herkunft Balkan) in unserem Land. Ausländer, die gewalttätiger Kriminalität, auch tödlicher Raserei überführt werden, haben unser Land zu verlassen. Das gilt auch für im "Schnellbleich-Verfahren" durch Funktionäre geschaffene "Neubürger". Aber auch gewalttätige Schweizer sollen konsequent bestraft werden - nicht durch Tagessatz-Pseudobussen, die der Fürsorge abgetreten werden können. Sondern durch Freiheitsstrafen. Das sind wir den friedlichen Bürgern des Landes schuldig.

Ulrich Schlüer

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