Nr. 02, 30. Januar 2004
Bundesamt für
Gesundheit versagt
Aids durch Schwarzafrikaner
Von Ständerat Carlo
Schmid, Oberegg AI
Monatelang bestritt es das Bundesamt für Gesundheit
(BAG). Jetzt aber sprechen die Zahlen eine allzu alarmierende Sprache: Die
Einwanderer aus Schwarzafrika stellen das grösste Aids-Ansteckungsrisiko
in der Schweiz dar.
Parlamentarische Vorstösse, insbesondere durch den Zürcher Nationalrat
Toni Bortoluzzi, erfolgten bereits Mitte 2003. Das von Direktor Thomas Zeltner
geleitete Bundesamt für Gesundheit wiegelte immer ab. Dann, im Dezember
2003, erging aus diesem Amt plötzlich ein Alarmruf: Die Verbreitung der
HIV-Infektion (Aids) nehme in der Schweiz wieder zu. Es seien hier weit mehr
neue Aids-Fälle zu verzeichnen als im übrigen Westeuropa. Besonders
alarmierend sei die Situation bezüglich der jungen Frauen: Dort sei eine
Steigerung der Ansteckung um volle vierzig Prozent zu verzeichnen. Darauf
forderte die «Schweizerzeit» unverzüglich obligatorische
Aids-Tests für alle (legalen und illegalen) Einwanderer aus Ländern
südlich der Sahara, weil Aids dort besonders grassiert.
Das BAG bestritt Zusammenhänge erneut, musste schliesslich aber mit den
Zahlen herausrücken: Nicht weniger als 27 Prozent (mehr als ein Viertel!)
aller 2003 neu registrierten Aids-Fälle betrafen sogenannte «Sub-Sahara-Afrikaner».
Trotzdem stösst die Forderung, für diese Hoch-Risiko-Gruppe aus
gesundheitspolizeilichen Gründen unverzüglich Aids-Tests anzuordnen
und Infizierte sofort in die von der Uno betreuten (von der Schweiz massiv
mitfinanzierten) Aids-Programme in ihren Herkunftsländern einzugliedern,
in Thomas Zeltners Direktion weiterhin auf taube Ohren: Aids-Tests für
alle Einwanderer anzuordnen sei viel zu teuer. Solche Tests ausschliesslich
für die Hoch-Risiko-Gruppe der Sub-Sahara-Afrikaner anzuordnen, sei diskriminierend
und rassistisch weil diese Hoch-Risiko-Gruppe schwarzer Hautfarbe sei.
Und überhaupt: Es stimme nicht, dass junge Frauen in der Schweiz durch
diese Risikogruppe gefährdet
seien. Schwarzafrikaner hätten wissen Zeltners Experten Geschlechtsverkehr
nur unter sich (NZZ, 24. Januar 2004, Interview mit Roger Staub, Leiter Sektion
Aids im BAG). Warum das BAG nur einen Monat zuvor die jungen Frauen in der
Schweiz als besonders gefährdet bezüglich Aids-Ansteckung bezeichnet
und nachdrücklich gewarnt hat dazu fällt den Funktionären
aus Thomas Zeltners Direktion heute nichts mehr ein.
Dafür will das BAG jetzt freiwillige Aids-Tests für Asylbewerber
einführen. Ganz nach dem Motto: Testwillige aus allen Ländern, kommt
schnellstmöglich in die Schweiz! Hier werden alle Tests den Steuerzahlern
belastet. Bezüglich der Hoch-Risiko-Gruppen nützen solch freiwillige
Tests überhaupt
nichts. Aber die Idee wird was Thomas Zeltners Hauptanliegen zu sein
scheint Heerscharen neuer Funktionäre und Statistiker beschäftigen.
Ob es einer Verantwortungsklage einer durch die Fahrlässigkeit des BAG
angesteckten Aids-Infizierten bedarf, bis sich das Bundesamt für Gesundheit
endlich auf seine gesundheitspolizeiliche Pflicht und auf seine Verantwortung
im Dienste der Volksgesundheit besinnt?
Carlo
Schmid