Nr. 2, 17. Januar 2003
Die Idee des landesweiten
«Waffenregisters»
In Kanada gescheitert
Von Ulrich Schlüer
Im Rahmen der angelaufenen
Revision des Schweizer Waffengesetzes verlangen
die Linke und Teile der Bundesverwaltung die Einführung eines landesweiten
Waffenregisters.
In diesem Waffenregister
müssten sämtliche Waffen, die legal im Besitz
unbescholtener Bürger sind, registriert werden. Insbesondere müssten
in
diesem Register alle Mutationen (Vererbungen, Verkäufe usw.) minutiös
registriert werden.
Die Einführung eines derartigen nationalen Waffenregisters ist vor einiger
Zeit in Kanada beschlossen worden. Die Kosten für die Schaffung dieses
Registers wurden dabei dem kanadischen Parlament gegenüber auf umgerechnet
rund zwei Millionen Schweizer Franken beziffert.
Die Erstellung dieses vom kanadischen Parlament schliesslich beschlossenen
Waffenregisters erwies sich in der Praxis indessen als weit schwieriger als
zuvor geahnt. Die dem Parlament gegenüber veranschlagten Kosten wurden
um
sage und schreibe 50 000 Prozent (!) überschritten. Statt der geplanten
zwei
Millionen wird die ganze Waffenregistrier-Übung den kanadischen Steuerzahler
nicht weniger als 1,1 Milliarden Schweizer Franken kosten.
Die Frist, bis zu welcher alle kanadischen Waffenbesitzer ihre persönlichen
Waffen hätten registrieren lassen müssen, ist am 31. Dezember 2002
abgelaufen. Bis Mitte Dezember 2002 hatten insgesamt 2,1 Millionen
Waffenbesitzer total 5,2 Millionen Feuerwaffen registrieren lassen. Die
Regierung schätzt die Zahl der tatsächlich in Kanada legal im Besitz
von
Bürgern sich befindenden Feuerwaffen auf rund sieben Millionen. Die
nationale Feuerwaffenvereinigung geht allerdings von 20 bis 25 Millionen
Waffen aus. Die widerstrebenden Kanadier wurden mittels sehr aufwendiger,
aber dennoch weitgehend erfolgloser Werbekampagnen zur freiwilligen
Registrierung ihrer Waffen motiviert.
Wie die kanadische Regierung mit dem Tatsache gewordenen Fiasko in Sachen
Waffenregistrierung umgehen will, ist derzeit völlig offen.