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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 14. Januar 2005

Tatsächliche Angriffe auf Gemeindeversammlungs-Teilnehmer
Alle schweigen

Es geschah in einer Luzerner Gemeinde. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wurden zu einer Gemeindeversammlung gerufen. Unter anderem ging es um Einbürgerungen. Auch um Einbürgerungen vonBewerbern aus dem ehemaligen Jugoslawien. Urnenabstimmungen zu solchen Einbürgerungen will das Bundesgericht bekanntlich verbieten. Abstimmungen in Gemeindeversammlungen werden noch geduldet. Im Sinne eines Kotaus vor dem der Bundesverfassung widersprechenden bundesgerichtlichen Verbots von Urnenabstimmungen (die Bundesverfassung garantiert nämlich allen Bürgern uneingeschränkt freie Meinungsbildung und unverfälschte Stimmabgabe) verbieten einige Kantone
eigenmächtig auch die geheime Abstimmung über Einbürgerungsgesuche an Gemeindeversammlungen. So muss zwangsläufig offen abgestimmt werden.

Auch in besagter luzernischer Gemeinde, die hier im Mittelpunkt steht. Die Einbürgerungsgesuche wurden dort insgesamt positiv beantwortet. Aber einige Stimmbürger stimmten mit Nein. Nach der Versammlung, auf der Strasse wurden einzelne Nein-Stimmer von neu und früher Eingebürgerten zur Rede gestellt, angerempelt, schliesslich tätlich angegriffen. Ziemlich massiv. Einige der Angegriffenen wurden verletzt. Einzelne derart gravierend, dass sie in Spitalpflege gebracht werden mussten.

Das was hier geschildert wird, hat sich Mitte Dezember tatsächlich zugetragen. Das Geschehen wurde polizeilich registriert. Medien könnten, wenn sie nur wollten, darüber berichten.

Das scheint diesen Medien, die sie allesamt für den Schengen-Beitritt der Schweiz eintreten, offensichtlich nicht opportun. Man könnte mit solchen Berichten ja die mit Händen greifbare Skepsis der Bevölkerung gegenüber dem Schengen-Vertrag und der von ihm verlangten Abschaffung der Grenzkontrollen noch verstärken. So schweigen sie lieber, die Medien. Obwohl sich das hier Geschilderte bis hin zum Zusammenschlagen von Stimmbürgern tatsächlich zugetragen hat - Mitte Dezember in der Schweiz, in der luzernischen Gemeinde Geuensee.


Ulrich Schlüer


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