Nr. 1, 12. Januar 2001

Junge bekennen sich zur Schweiz
EU-kritische Jugend

Eine Mehrheit der 20jährigen zieht den «Sonderfall Schweiz» einer in die EU integrierten Schweiz vor. Zum Jahreswechsel veröffentlichte der «Tages-Anzeiger» als erste Zeitung Ergebnisse der Eidgenös- sischen Jugend- und Rekrutenbefragung «ch-x», die in den Jahren 1998 und 1999 mit mehr als 20'000 im Durchschnitt 20jährigen Schweizern durchgeführt worden war. Die Befragung ergab eine klare Tendenz zur Besinnung der Jugendlichen auf die positiven Werte der Schweiz. Der EU stehen die jungen Leute weit kritischer gegenüber als ihre Eltern. 54 Prozent ziehen den «Sonderfall Schweiz» einer Integration in Europa vor. Nur gerade 19 Prozent glauben daran, dass unser Land durch einen EU- Beitritt «mehr Stimme und Gehör im Europa der Zukunft» erhalten würde. Die Jugendlichen erweisen sich auch als selbstbewusste Schweizer; sie befürchten weniger als ihre Eltern, dass die Schweiz nur bei einem Beitritt als ernsthafter Partner behandelt wird. Auch für einen Uno-Beitritt sind die 20-jährigen nicht zu begeistern. Nur 41 Prozent der Befragten erklärten, sie würden heute bei einer Abstimmung über den Uno-Beitritt anders entscheiden, als dies das Volk im Jahre 1986 getan hat, und Ja stimmen.

* Das Ergebnis der neuesten Rekrutenbefragung ist erfreulich. Es zeigt das Bild einer selbstbewussten, sich zur Schweiz bekennenden Jugend und lässt die Hoffnung aufkommen, dass die Tage der linken, durch die Instanzen marschierenden 68er bald gezählt sind.

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